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Tuesday, 26 May 2015 00:00

LA VERITÀ IN CIMENTO, 25.05.2015 - Zürich

Kritik:

Ach, was ist das doch für eine verflixte Situation, in welcher der wohlhabende Unternehmer Mamud vom Zürichberg steckt: Lebenslang hat er vor einem Teil seiner Familie ein düsteres Geheimnis verborgen und plant nun - noch vor der Hochzeit seines Sohnes Melindo mit der lebenslustigen und einem regen Männerverzehr huldigenden Rosane – reinen Tisch zu machen. Doch jedes Kind weiss es: Hat man sich erst mal in einem Netz von Lügen verstrickt, ist es nicht ganz einfach, da wieder heile herauszukommen. Der Regisseur dieser Vivaldi Ausgrabung im Opernhaus Zürich, Jan Philipp Gloger, jedenfalls traut dem (zur Barockzeit üblichen und oft am Ende ganz hastig hinzugefügten) lieto fine, dem Happyend, nicht, sondern lässt die Geschichte im fatalen Desaster enden. Das Liebespaar stirbt durch Schüsse (einem versehentlichen und einem Suizid), dem reichen Unternehmer misslingt der Selbstmord in den Abgasen seines Porsches, er wird gefesselt und unter dem Joch der Folgen seiner Lebenslüge weiter darben müssen. Die Ehefrau, welche sich schon seit geraumer Zeit esoterischem Gedankengut angenähert hatte, ist nun vollends der realen Welt abhanden gekommen und hat sich in eine imaginäre heile Welt abgesetzt. Die Mätresse (das Dienstmädchen) windet sich in hysterischen Krämpfen am Boden. Der zweite Sohn aber, der wahre Erbe, schlägt die Kapuze seines Gothic-Outfits hoch und verlässt das Lügen-Haus, schwarz und unheimlich, wie er es zu Beginn des Abends betreten hatte.

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