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Musical Magazin - Berichte - Film - Theater - Oper Schweiz - Imscheinwerfer.ch

Berichte (393)

Wednesday, 30 July 2014 00:00

Die Zauberflöte als Fantasy Spektakel

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Mozarts „Zauberflöte“ gehört weltweit in den Opernhäusern zu den meistaufgeführten Werken. Als schrilles und faszinierendes Opern Spektakel auf Europas grösster Seebühne am Bodensee ist diese Aufführung jedem Liebhaber von Opernaufführungen, zu empfehlen – sofern noch Eintrittskarten erhältlich sind. Zauber heisst jetzt Fantasy, wäre ich fast gewillt zu schreiben.

Dominiert wird diese Aufführung von Marie-Jeanne Leccas phantasievollen Kostümen. Zauber und die Wiener Symphoniker ergänzen die Fantasy musikalisch farbenfroh. Ein imposantes Bühnenbild mit 27 Meter hohen Drachen, der riesige Schildkrötenpanzer mit dem aufblasbaren Seegras oder die tollkühnen Flugakrobaten verbunden mit wunderschöner Natur, machen die Aufführung tatsächlich zu einem zauberhaften, skurrilen,  Fantasy Spektakel; ein optisch überwältigendes Märchen. Es ist bewundernswert, wie es dem Regie führenden Intendanten David Pountney gelungen ist, Spektakel und Tiefe, Ernst und Unterhaltung zusammen zu bringen.

Mit (negativ) kritischem Blick betrachtet, könnte man anbringen, dass auf populistische Art eine zwar wunderschöne Bühnenshow entstanden ist, dies jedoch auf Kosten von einer der besten musikalischen Werke Mozarts. Dies ist aber nicht meine Meinung. Für mich der einzige Nachteil an der Aufführung ist, dass man den Inhalt von Emanuel Schikaneder versteht, diese Story ist aber wirklich nicht so toll.

 

 Was die Bregenzer Festspiele zeigen, ist effektvolle Opernunterhaltung des 21. Jahrhunderts. Ein Fantasy Märchen nicht nur für Erwachsene. Persönlich würde ich mir wünschen, dass während einer unterhaltsam anspruchsvollen Aufführung von über 140 Minuten einmal doch eine Pause gemacht wird.  Für die gutschmeckenden und perfekt funktionierenden Gastronomie  rund um die Räumlichkeiten der Seebühne ein Mehrwert. In Wallenstadt ist das womöglich, gar keine schlechte Lösung.

 

Alles in allem eine Super Show.

Daniel Stulz

Monday, 27 January 2014 18:55

Zürich: ALCINA, 26.01.2014

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Oper in drei Akten | Musik: Georg Friedrich Händel | Libretto: unbekannt, basierend auf ISOLA DELLA ALCINA von Riccardo Broschi, dem Bruder des Kastraten Farinelli | Uraufführung: 16.April 1735 in London | Aufführungen in Zürich: 26.1. | 31.1. | 2.2. | 5.2. | 7.2. | 9.2. | 16.2. | 22.2. | 25.2.2014

Kritik:

Verdienter und grosser Jubel für alle Beteiligten am Ende dieses langen Premierenabends, der trotzdem nie lang wirkte - sehr angetan zeigte sich das Publikum auch von der Inszenierung, obwohl diese im zweiten Akt fast zum Stillstand kam. Doch dann folgte zum Glück noch die fulminante Auflösung im dritten Akt!

In der Mottenkiste, aus der in Christof Loys ALCINA Inszenierung ein sichtlich gealterter Cupido (ganz köstlich: Silvia Fenz) steigt, haben auch Händels Opern über Jahrhunderte geschlummert. Die Renaissance seiner Opern und damit deren Beliebtheit beim Publikum mögen angesichts der unüberhörbaren Retortenhaftigkeit seiner Kompositionen erstaunen. Der aus pekuniären Gründen vielschreibende Komponist hat das Ablaufschema der opera seria, der Kastratenoper, nämlich die pausenlose Abfolge der da-capo Arien, kaum je aufgebrochen, da ist das Terzett im dritten Akt der ALCINA schon beinahe als gewagt zu bezeichnen. Doch scheint Händels direkt die Emotionen ansprechende Musiksprache einen Nerv der Zeit zu treffen, nur so lässt sich die Popularität seiner Werke in den letzten Jahrzehnten erklären. Wenn man dann noch eine so exzellente Besetzung der Partien und ein mit der barocken Musiksprache dermassen vertrautes Orchester (Orchestra La Scintilla) zur Verfügung hat - wie sie nun am Opernhaus Zürich zu erleben sind - dann kann man wirklich glücklich darüber sein, dass die Werke (und insbesondere die ALCINA, welche zu Händels schönsten und tiefschürfendsten gehört) den Weg aus der erwähnten Mottenkiste gefunden haben.

Monday, 13 January 2014 09:37

20 Jahre Harlem Gospel Singers Show: The Power of Love

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Queen Esther Marrow’s Harlem Gospel Singers Show, so mit voller Bezeichnung, könnte aus aktuellem Anlass in Zürich, Luzern und Basel aufgetreten sein - nach dem Tod nämlich des Befreiungsmessias Nelson Mandela. Doch der Auftritt der Harlem Gospel Singers im Kongresshaus Zürich wurde von Freddy Burger Entertainment von langer Hand geplant und so zu einem doppelten Erfolg. Die Gospel Singers sind ein sicherer Wert per se. Und es begann klassisch kirchlich, ohne Queen Esther zunächst, mit langen Messegewändern. Falls es so weitergangen wäre, hätte die Harlem Gospel Singers Show einem alltägliglichen sonntäglichen Gottesdienst entsprochen und hätte sich wohl eher etwas in die Länge gezogen. Doch dann trat furios in Gehabe und Stimme Mutter Queen Esther Marrow in Erscheinung und krempelte die Stimmung voll um.

 

Ester bringt ihre zwanzig jährige Geschichte mit den Harlem Gospel Singers auf die Bühne, mit Gesang, Bildprojektionen und einer recht aufgesetzt wirkenden Konversation mit ihrem Pianisten. Irgendwie muss Queen Esther unter die Leute bringen, mit wem sie schon gesungen hatte und wen sie schon getroffen hatte. The Power of Love – so heisst das Programm: Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela und viele andere. Wirklich eindrücklich – und eben bestens in die aktuelle Zeit passend.

Rhythmus, Stimmung und Emotionen steigerten sich von Stück zu Stück.

Am schönsten das langsame Solo: say it wasn’t possible. Queen Esthers Marrow’s Stimme wird besonders tragend – einfach wunderschön. Noch emotionaler wird’s vor der Pause mit wildem Pianorhyhtmus, schon fast mehr Blues als Gospel. Der Saal geht mit. Und so hätte es weitergehen können. Die Pause hätte es nicht gebraucht, die störte den Rhythmus und versachte rundum Ärger: denn das Füllen der Gläser braucht Zeit! Das scheint jedes Dorftheater besser zu wissen und füllt die Gläser kurz vor Beginn der Pause ab! Und es gäbe mehr als einen Champagnerkühler an der Theke. Und wo ist nun wieder die Weissweinflasche gelandet? Kurz vor Ende der Pause waren unsere Gläser dann doch noch irgendwie gefüllt. Der Stress auf beiden Seiten der Bar wäre verhinder-bar gewesen.

 

Die Power of Love war aber nach der Pause ungebrochen und erneut mitreissend. Das  sichtlich gerührte Publikum bedankte sich mit einer standing ovation. Ohne die ging’s eben gar nicht mehr, denn die Emotionen, Schwingungen und Rhythmen hatten bis zum Schluss jeden und jede durchdrungen. Einige defilierten am Bühnenrand für eine Handshake mit den Gospel Singers und Musikern und mache hätten gerne eine CD mit nach Hause genommen.

Friday, 03 January 2014 10:21

FLEDERMAUS - SILVESTER IN PRAG

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gk246c_640_425In der Staatsoper Prag wird zu Silvester die Operette Fledermaus auf
Deutsch gegeben. In den Pausen offerieren die Gastgeber ein üppiges Stehdinner; kurz nachdem die Darsteller Punkt Zwölf mit dem Publikum angestossen haben, folgt in der Oper der Ball. Kenner werden nun meckern, dass das halb so wild sei, das Ganze kenne man seit Jahren von der Staatsoper Wien, die Fledermaus sei geradezu die Silvesteroperette, auch deshalb ist sie heute noch so bekannt.

Sunday, 29 December 2013 16:22

Joachim Rittmeyer "Zwischensaft"

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Kleiner Mann ganz wichtig!

Ich musste mir den Bauch halten vor Lachen!

joachim-rittmeyerStille...Räuspern,Gehüstel und unterdrücktes Niessen...dann bewusst zufällig...Schlurfen und ein Mann tritt auf die Bühne der seinen Bewegungsmelder beobachtet...Dieser soll durch Schwingungen Leben oder Betrieb anzeigen.Er schlägt aus- und wir erkennen schon die Bewegung in unserem Nachbarn oder Hauswirt,im Lehrer der etwas verschroben oder in dem schüchteren Einkaufswagenbefüller.

Das Publikum und er sind auf einer Wellenlänge und gleich Stammtischverbrüderten entdecken wir seine Nische,welche immer grösser wird,desto mehr Hinweise auf versteckte Fragen und deshalb “ Zwischensäfte” wir mit ihm erleben und entdecken.

Saturday, 14 December 2013 11:23

Zürich: FIDELIO, 08.12.2013

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Oper zwei Akten Musik: Ludwig van Beethoven | Libretto : Joseph Sonnleithner und Friedrich Treitschke | Uraufführung: 20. November 1805 in Wien, 3. Fassung 23. Mai 1814 in Wien | Aufführungen in Zürich: 8.12. | 12.12. | 15.12. | 18.12. | 20.12. | 29.12.13 | 1.1. | 5.1. | 8.1. | 11.1.14

Kritik:


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Vier Menschen stürzen in einen leeren, hermetisch abgeriegelten Bühnenkasten aus grauen Betonwänden. Einer (Pizarro) will einen langjährigen Gegner (Florestan) endgültig aus dem Weg schaffen. Eine Frau (Leonore) stellt sich nach kurzem Kampf mit einem obrigkeitsgläubigen Wächter (Rocco) schützend vor Florestan und bedroht den Angreifer mit einer Pistole. Beim Gerangel um die Waffe löst sich ein Schuss, Leonore sinkt getroffen zu Boden. So beginnt in Andreas Homokis Neuinszenierung die Oper FIDELIO, direkt in medias res, ohne Umwege über Ouvertüre, singspielhaften Beginn, betuliche Dialoge, Verkleidungskomödie.  Nach diesem atemberaubenden Auftakt erlebt Leonore in einer Art Todes-Backflash die Ereignisse nochmals, eine Erklärung für das Vorgefallene wird gegeben.  Doch im Verlauf  zeigt sich, dass die hehren Absichten des Heldenmuts eben doch Utopie bleiben werden. Und damit ist Homoki wieder ganz nahe bei Beethovens Intention. Doch der Reihe nach: Während Teile der ursprünglichen Ouvertüre (Leonoren 2) erklingen, senkt sich die Rückwand, Leonore erlebt ihre Heirat mit Florestan, erfährt starke Frauensolidarität, Florestan wird abgeführt, die Wand stellt sich wieder hoch, Leonore taumelt, kämpft gegen undurchdringliche Mauern. Starke Bilder!

Thursday, 07 November 2013 09:11

THE STONES -FAST ROLLEND

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the-stones-neues-theater-spirgarten-2013-11-06-the-stones-35-5260986311Die Stones in Zürich .. fast, leider nicht die Rolling Stones! Es war gestern für die Revivalband nicht gar so einfach, ein grosser Saal halb bestuhlt und diese Stühle wohl höchstens zu 60% besetzt. Das hat vielleicht damit zu tun, dass das Orginal beispielsweise erst vor kurzem noch auf USA Tour war, da träumt man doch davon, einmal alles im Orginal zu sehen.

_PWA0363_3601Ich erlebte echt schizoprene Momente vor der Premiere des "Öperli's an diesen Dienstag. Einerseits freute ich mich auf die Produktion, obwohl ich sie schon X fach gesehen hatte, anderseits..... was in aller Welt sollte ich den schreiben? Bis heute hatte ich zwei Vollkritiken, zwei Vorbesprechungen, ein Interview mit dem Haubtdarsteeller und den Teil über die Niederdorfoper in der Geschichte des Schweizer Musical "verbrochen". Ich phantasierte und "fieberte" darüber, dass der Titel eigentlich falsch sei, weder ist das Werk eine Oper noch der Stadteil heute ein Dorf; bei der Entstehung des Stücks in der Zeit des Komponisten Paul Burkhardt 1951 mag das wohl so gewesen sein. Blablabla....

Der_Rosenkavalier_15480_ELLEN_FALLY_HOUTZEEL1"Habs mir gelobt...", wenn die ersten Töne jenes finalen, einmaligen und  möglicherweise schönsten Terzett der Operngeschichte ertönen, ist jedermann hingerissen und mögliche Kritik obsolet; da meinte mein Nachbar, er sage immer, das nächste Mal tue er sich dieses Gesamtwerk nicht mehr an, aber die Töne des Terzetts seien, wie eine Droge.. er müsse, sie einfach hören.Stop von Anfang an... da gilt Art, Ort und Zeit!

Monday, 21 October 2013 13:18

RAIN

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Fernlicht aufs Westend



Am 16. Juni 2009 schaute ich mir in Züri RAIN von den Beatles an. Letzte Woche Let it be am Westend. Nachdem RAIN deswegen aktuell ist, die Kritiken beider Events....






Vom 16. bis 21. Juni diesen Jahres kann man in Basel die Show "Rain- A Tribute To The Beatles" geniessen. Es ist wirklich ein "Come Together" der Beatlesfangemeinde aus der ganzen Schweiz.

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Von allem Anfang an sei festgehalten, es ist ein nahezu perfekter Abend. Auch wenn "I Am Not 64", wurde mir der Spiegel der eigenen Geschichte vor Augen geführt. Es ist doch speziell, wenn man zu Lebzeiten schon mit Geschichte, nämlich der Legende der Beatles, konfrontiert wird.

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