Redaktueren Login

Musical Magazin - Berichte - Film - Theater - Oper Schweiz - Imscheinwerfer.ch

Published in Berichte

Kurzinterview mit Claudia Kuebler, Samuel T. Klauser und Matthias Meier

Wednesday, 11 August 2010 00:00 Written by  Text&Fotos: Andreas Isenegger

Du tritts seitt 2003 in Musicals und an Liederabenden auf. Im 2009 hast du die StageArt Musical & Theatre School (SAMTS) in Adliswil abgeschlossen. Was hat dir die Ausbildung gebracht? Kannst du von deinen Engagements nun leben?

Bereits während der Ausbildung habe ich beim Musical «Ewigi Liebi» eine Rolle erhalten. Dies hat mir den Einstieg erleichtert, damit ich davon leben kann. Die Ausbildung ist für mich eine entscheidende Grundlage und ein Handwerk, auf das man sich im Beruf stützen kann. Ich weiss aber auch, dass man nach vier Jahren Ausbildung noch lange nicht fertig ist und dass man auf der Bühne Dinge lernt, welche keine Schule lehren kann.

Warum spielst du Musicals? Hast du als kleines Mädchen vor dem Spiegel gestanden und gesungen?

Nein, das war nicht üblich bei uns im Dorf, da ging man ins Turnen (lacht). In der Oberstufe hat dann mein Musiklehrer meine Leidenschaft für das Singen gefördert und während der Berufslehre fing ich beim Musical «Space Dream» an. So habe ich dieses Metier kennengelernt. 

Ist es nicht schwer für eine Frau, anstatt hübsch geschminkt als Mann und Bär auf die Bühne zu dürfen? Erkennt frau sich auf den Fotos der Produktion?

Mut zur Hässlichkeit (lacht). Klar, es war schwierig die Rolle ehrlich und glaubwürdig zu spielen und ich habe mir daran schon etwas die Zähne ausgebissen. Aber es hat dennoch Spass gemacht. Auch wenn ich jetzt froh bin, endlich einmal eine Frau zu spielen (lacht).

Im Dezember spielst du bei «Bis zum Scheiterhaufen» in Pratteln mit. In welcher Rolle?

Ich spiele dort die Anna. Diese bezichtigt Kathelijne der Hexerei und will so eine ungeliebte Nebenbühlerin loswerden. Ich freue mich darauf, einmal die Intrigefrau zu spielen. Am Schluss wandelt sich Anna zum Guten und hilft den anderen zur Flucht.

Welche Rollen würdest du zukünftig gerne spielen?

Ich habe keine spezielle Rolle im Kopf. Die Abwechslung macht es aus. Ich habe bisher noch nicht sehr viele unterschiedliche Stücke gemacht. Gerne spiele ich Figuren, welche sich innerhalb des Stückes entwickelt, so wie eben die Anna in Pratteln.

 

Samuel T. Klauser

475_samuel klauser

Wie kommt ein Luzerner dazu, an der Bayerische Theaterakademie August Everding in München zu studieren?

Es gibt fünf renommierte staatliche Hochschulen im deutschsprachigen Raum wo man eine Ausbildung zum Musicaldarsteller machen kann. Ich habe mich ein Jahr lang an der Musicalfactory in Luzern für die Aufnahmeprüfungen an diesen Schulen vorbereitet und durfte mich dann wahlweise für München entscheiden.

Die Nähe zur Schweiz und schlussendlich doch die Möglichkeiten, die man in München hat, haben mich dazu bewogen das Studium dort zu machen. Es war genau die richtige Entscheidung.

Du hast einige Film- und Theaterengagements aufgeführt. Daneben von Drachenstein über Heidi und Rent bis zur West Side Story so einige Musicals. Was macht dir am meisten Spass?

Ehrlich gesagt, macht mir gerade die Abwechslung am meisten Spass. Meine grösste Leidenschaft jedoch ist das Singen, daher habe ich mich auch für die Ausbildung Musical entschieden, was aber nicht immer nur das Klischee mit sich bringt, dass man nur das eine kann. Im Bereich Musical kann man sich auf seine Stärken konzentrieren und damit trumpfen, wobei man aber auch immer wieder an seinen schwächeren oder weniger ausgeprägten Talenten feilen kann. Ich liebe aber auch die Sprache an sich und damit umzugehen, somit macht es mir auch enorm viel Spass immer mal wieder vor der Kamera zu stehen und ganz feine und authentische Töne zu entwickeln.

Auf imScheinwerfer kann man die Kritiken zum Orangenmädchen lesen. Dies war ja eine kleine Produktion was Darsteller und Zuschauerkapazitäten angeht. Macht es Spass so nahe am Publikum zu sein oder macht es eher nervös?

Das Orangenmädchen war eine grosse und wunderschöne Herausforderung. Zu viert ein ganzes Stück zu tragen heisst mehr Verantwortung, daher kam es schon vor, dass man ab und zu etwas Lampenfieber hatte. Das schöne daran ist jedoch, dass man die Zuschauer fast schon integrieren kann. Man ist natürlich auch mehr ausgestellt, was viel mehr an kleiner Mimik zulässt und transportiert. Man kann es eigentlich fast nicht mit einer grossen Bühne vergleichen, es ist einfach eine andere Art zu spielen und da sind wir wieder bei der Abwechslung angelangt.

Demnächst wirst du in Ewigi Liebi in Bern zu sehen sein. Welche Rolle hast du dort?

Genau. Ich werde noch im September in Bern mit den Proben von Ewigi Liebi beginnen. Ich finde es klasse, dass ich nach meinem Studium gleich mit einem so tollen Stück einsteigen kann. Davor war man ja leider meist verhindert, so grosse und zeitintensive Stücke zu spielen. Nun werde ich das Trippelcover in dem Stück übernehmen, das heisst die Rollen vom «Daneli», «Hanspeter» und «Baschti». Somit habe ich die Möglichkeit das Stück von verschiedensten Seiten her kennen zu lernen und werde so ein abwechslungsreiches und spannendes Jahr antreten.

 

Matthias Meier

475_matthias meier

In deinem Lebenslauf schreibst du, dass du Tierlehrer bist? Was muss man sich darunter vorstellen?

Genau, Tierlehrer ist mein zweites Standbein. Ganz simpel ausgedrückt: ich arbeite mit Tieren. Ich bin da bereits in frühester Kindheit reingerutscht und hatte im Gossauer Walter Zoo die Möglichkeit verschiedenste einheimische und auch exotische Tiere für die alljährlichen Märchen im zooeigenen Zirkuszelt zu dressieren. Die «normalen» Bauernhofkatzen haben mich seit jeher am meisten fasziniert und so habe ich über die Jahre hinweg meine eigene Nummer - «Mätthis Katzen-Symphonie» - zusammengestellt. Wie man auf zum Beispiel der Homepage dazu raushören kann, kommt da die Musik bzw. der Gesang auch nicht zu kurz, denn es ist eine Nummer mit «Rund-um-Konzept» und rotem Faden.

Seit 2006 bist du an der Stage Art Musical & Theatre School in Ausbildung und schliesst dieses Jahr ab. Du hast ja bereits eine tolle Rolle hier. Was erhoffst du dir durch den Abschluss? Geht's weiter an eine ausländische Schule in Wien, Hamburg oder New York?

Die Ausbildung an der Stage Art Musical & Theatre School soll mir ein solides Fundament für meine berufliche Laufbahn als Musicaldarsteller geben. Durch den Abschluss erhoffe ich mich gut auf die reale Berufswelt vorbereitet zu haben und im Markt zu bestehen. In unserem Beruf hat man ja bekanntlich nie ausgelernt, aber für mich kommt eine Ausbildung an einer ausländischen Schule im Moment nicht in Frage. Ich will nur eins: auf die Bühne!

Was macht dir am meisten Spass als Musicaldarsteller, das Singen, das Schauspielern oder der Tanz?

Ich glaube es ist der Mix aus allem. Sonst hätte ich mich entweder als Schauspieler, Sänger oder Tänzer ausbilden lassen. Was mich an meinem Beruf fasziniert, ist aber gerade diese Vielseitigkeit die gefragt ist. Das eröffnet uns Darstellern eine Vielfalt an Jobs, auch ausserhalb des Musicals. Natürlich soll man seine Stärken gezielt einsetzen, Spass habe ich jedoch an allen Disziplinen.

Du hast bereits zweimal als Regieassistent gearbeitet, siehst du dort ein weiteres Standbein oder gar die Zukunft?

Meine Arbeit als Regieassistent und Abendspielleiter sehe ich als umfangreiche Weiterbildung und sie erweitert meinen Horizont als Darsteller. Ich lerne die Produktionen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und das gibt mir mehr und vor allem neues Hintergrundwissen. Ebenfalls ist es die beste Schule, um später einmal selbständig Regie zu führen. Da ich gerne organisiere, Verantwortung übernehme und Dinge anpacke, werde ich bestimmt auch in Zukunft solche Jobs annehmen, so beispielsweise im Dezember bei der Weihnachtsshow «Alle Jahre wieder...» im TRAFO Baden.

Wie kommst du mit dem hiesigen Sommer klar? Inzwischen müssten euch Schauspieler ja Kiemen wachsen soviel hat es bisher geregnet.

Bis heute (Freitag 6. August) mussten wir hier in Walenstadt erst eine Vorstellung wetterbedingt ausfallen lassen, nebst der nur halb gespielten Premiere. Wir spielen auch bei Regen, was zwar mit der Zeit etwas aufs Gemüt schlägt, aber mit unserer Neopren-Ausrüstung unter den Kostümen und der tollen Produktion geht das ohne Probleme, oder zumindest fast.

 

ImScheinwerfer dankt für das Interview.  

Last modified on Monday, 04 October 2010 10:46
Rate this item
(0 votes)

Suchen

Newsletter

Subscribe

captcha  

Der Newsletter erreicht mehrere tausend Leser. Nach der Registrierung erhalten Sie ein Bestätigungsmail.